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Sabine Crone
Geschichten erzählen mit Therapiekindern - Geschichten von Johannes
„Wollen wir eine Geschichte erzählen?“ Ich beginne jede Spielstunde von Johannes mit dieser Frage, die er begeistert aufgreift. Über ein Jahr habe ich seine Geschichten gesammelt, die anschaulich seinen therapeutischen Prozess widerspiegeln. Videobeispiele zeugen davon. Darüber hinaus soll der Wert des Erzählens in der Therapie dargestellt werden.
Dipl.-Soz.Päd. Chantal Résibos-Kemp
Focusing mit Kindern
In diesem Workshop wird praxisnah Focusing als eine körperorientierte Methode vorgestellt, die hilft in achtsamer, aufmerksamer Weise einen Bezug zum inneren Erleben herzustellen. Kinder sind ganz besonders mit ihrem inneren Erleben verbunden, verlernen aber oft dem körperlich gefühlten „ETWAS“ in ihrem Inneren zuzuhören. Es soll aufgezeigt werden, wie wir mit unserer akzeptierenden Beziehungsaufnahme mit dem was ein Kind innerlich spürt und das Symbolisieren dieser gefühlsmäßigen Aspekte einen wichtigen Weg im Prozess des Wachsens und Wandels schaffen, sowohl in der Psychotherapie als in der Schule wie auch in der Familie.
Dipl.-Psych. Heidrun Rust
Zeichnen mit Jugendlichen
Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich? Wer gehört zu mir? Diese und ähnliche Fragen bewegen auch Jugendliche mit Lernbehinderungen und geistiger Behinderung. Dabei begegnen diese Heranwachsenden besonderen Schwierigkeiten und benötigen Unterstützung. Im Rahmen der psychologischen Beratungstätigkeit in einer heilpädagogischen Einrichtung der Jugend- und Eingliede-rungshilfe entstand das Konzept des personzentrierten Entwicklungsgesprächs. Textproduktionen und thematische Zeichenaufgaben werden zur Unterstützung der Selbstexploration eingesetzt. Im personzentrierten Gespräch werden bedeutsame Aspekte des Selbstkonzepts herausgearbeitet. Die Entdeckung persönlicher Werte und Ziele ermöglicht den jungen Menschen eigene Stellungnahmen zur Lebensplanung.
Dipl.-Psych. Carola von Zülow
Interaktionelles Spiel in der personzentrierten Kinder- und Jugendlichentherapie
Im Spieltherapiezimmer soll das Kind im Kontakt mit der Therapeutenperson Raum und Unterstützung haben um sich selbst zu explorieren. Davon ausgehend dass die Sprache des Kindes interaktionelle Spielhandlungen sind, macht die Therapeutenperson ein personzentriertes Beziehungsangebot auf verbaler und handelnder Ebene, was in dem Konzept der ‚Interaktionsresonanz’ verdeutlicht werden soll. Dabei geht die Therapeutenperson verbal und handelnd in einer Weise auf die interaktionellen Spielhandlungen und das darin ausgedrückte Erleben des Kindes ein, dass sich das Kind verstanden fühlt, sich in seinen Spielhandlungen deutlicher, differenzierter oder tiefer erleben kann und sich ermutigt fühlt, sein Selbstkonzept durch konkretes Ausprobieren und Erleben in interaktionellen Spielhandlungen mit der Therapeutenperson zu aktualisieren. Im Workshop möchte ich das Konzept der Interaktionsresonanz erläutern und demonstrieren, wie es in verschiedenen Spielformen umgesetzt werden kann. Der Workshop ist erfahrungsorientiert und die Teilnehmer/innen sind eingeladen, selbst Spiel-Interaktionen zu praktizieren.
Claudia Walz
Musik ein intermediärer Spielraum für Kinder und Jugendliche
Musik und Musikinstrumente bieten Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit durch Improvisation nonverbale Räume zu eröffnen und entstehen zu lassen, intermediäre Räume im Sinne Winnicotts. Diese Räume laden zum Explorieren inneren Erlebens ein. Musikinstrumente sind durch ihre Appellfunktion und Attraktivität ein niederschwelliges Kontaktangebot. Die Kinder und Jugendlichen erleben Kompetenz und Einflussmöglichkeiten beim Instrumentalspiel und können dadurch unterschiedlichste Gefühlsqualitäten erleben und im Spiel damit experimentieren. Im Workshop können die Teilnehmerinnen eigene rfahrungen mit Instrumenten sammeln. Eine Falldarstellung und ein gemeinsamer Austausch ermöglichen einen Einblick in die Arbeitsweise und Ideen für die Integration einzelner Interventionen in die eigene Praxis.
Bettina Wölfel
Malen im geschützten Raum. Ausdrucksmalen mit Kindern und Jugendlichen
Im Malspiel nach Arno Stern kann sich Kreativität spontan, themen- und ergebnisoffen formulieren, geschützt durch ein besonderes Setting und angeregt von einer reichen Palette leuchtender Farben. Den Malenden wird Raum zu freiem Selbstausdruck geboten und die Möglichkeit, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Lösungswege zu gewinnen. Der Workshop möchte die Grundlagen des Ausdrucksmalens vermitteln und Beispiele und Anregungen geben, wie es in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden kann.
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Dr. med. Marianne Klein
Krise als Herausforderung? – Antworten aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Krisensituation von Kindern und Jugendlichen - Katastrophe für Betroffene und deren Umfeld, Alltag in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Der Vortrag wird anhand von Basisinformationen zu Ursachen, Epidemiologie, klinische Erscheinungsbilder, Therapie und Prognose und anhand von Fallbeispielen aus der Praxis Chancen und Gefahren der Krisenbewältigung beleuchten.
Dr. phil. Dipl.-Psych. Christian Brandt
Psychotherapeutische Strategien bei emotionaler Instabilität
Nach kritischer Auseinandersetzung mit der Borderline-Diagnose in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist es mittlerweile eine anerkannte Tatsache, dass das Störungsbild emotionaler Instabilität ab der Pubertät beobachtbar ist. Klinische Inanspruchnahmestudien lassen auf einen frühen Gipfel der Erstmanifestation emotional instabiler Persönlichkeitsentwicklungen im 14. Lebensjahr und auf einen zweiten Gipfel im 24. Lebensjahr schließen. Für ein transparentes, patientenbezogenes Therapiekonzept ist es sinnvoll, die Störung im Kern als Ausdruck emotionaler Fähigkeitsausfälle zu verstehen. Im Workshop wird die Leitsymptomatik emotional instabiler Störungen vor dem Hintergrund des Konzeptes Emotionaler Intelligenz betrachtet. Auf dieser Basis werden psychotherapeutische Interventions- und Behandlungsstrategien diskutiert.
Fröhling Heike
Speak Aspergian – klientenzentrierte experienzielle Psychotherapie mit Jugendlichen und jungen Menschen mit dem Asperger Syndrom
Ist Selbstaktualisierung ohne die Fähigkeit zur Empathie überhaupt möglich? Wenn die Gefühle, Absichten, Wünsche und Erfahrungen anderer Menschen gar nicht oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden können, ist das Leben ein ständiges Fragezeichen oder aber die eigene Orientierung das einzige Ausrufezeichen. Wie schwer ist soziale Interaktion auszuhalten, wenn die anderen nie oder nur ganz selten als kohärent empfunden werden?Menschen mit dem Asperger Syndrom leiden. Sie leiden an einer Vielzahl komorbider Störungen und entwickeln diese nicht selten in der Pubertät. Erschien als Kind noch alles möglich, wird nun die sichtbare Fähigkeit der anderen Jugendlichen sich in Gruppen zu Recht zu finden, zu einer immer größeren Verunsicherung. Ich bin nicht so wie andere; niemand spricht meine Sprache. Sprecht meine Sprache! - kann man als Leitgedanke einer klientenzentrierten experienziellen Psychotherapie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit dem Asperger Syndrom verstehen. Über den Einsatz von Video und Techniken der Emotional Focussing Therapie kommen wir dieser Sprache näher und ermöglichen Selbstaktualisierung.
Dipl.-Soz.-Päd. Dorothea Hüsson
Traumabehandlung
Kinder und Jugendliche, die sexuellen Missbrauch erfahren haben, kommen in die Therapie mit Verhaltensauffälligkeiten, die auf dem Hintergrund ihrer Erfahrungen mehr als verständlich sind. In der Therapie brauchen sie ein besonders hohes Maß an Sicherheit, Klarheit im Umgang mit Grenzen und einen bewussten Umgang mit kör-perlicher Nähe und Distanz. Während des therapeutischen Prozesses profitieren die Kinder von der Transparenz und der Offenheit der Therapeutenperson, von ver-trauensvollen Beziehungserfahrungen und von einem empfindsamen Umgang mit Themen wie Schuld und Ambivalenz. Zu den therapeutischen Interventionen zählen: Benennen des Tabus, anzubietendes Spielmaterial, blockiertes posttraumatisches Spiel, Umgang mit Kontrolle und Ohnmacht, Probleme mit Täter- bzw. Opferrolle, Helferfiguren, Sichere Orte und Elternarbeit. Die klientenzentrierte Therapeutenper-son unterstützt das Kind, seine Themen in seinem Tempo zu spielen ohne aktiv auf den Spielablauf Einfluss zu nehmen. Prozessaktivierende Impulse können bei trau-matisierten Kindern jedoch kurzzeitig nötig sein, wenn der Handlungsspielraum im Spiel begrenzt bleibt oder das Kind aus einer ausweglosen Situation nicht selbst he-raus findet. In der Elternarbeit sind vor allem der Umgang mit Grenzen und die Em-pathie für das Kind zu stärken.
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Prof. Dr. Michael Behr
Wachsen und sich verändern – Ein interaktionelles Modell des Symbolierungsprozesses mit Videobeispielen aus der Kindertherapie
Wie kann man den Veränderungs- und Wachstumsprozess von Kindern/Jugendlichen in der Therapie verstehen? Wie vollzieht sich die Selbstexploration, im Alltag und in der Spieltherapie? Ein entwicklungspsychologisch begründetes Modell wird mit Videobeispielen veranschaulicht.
Dipl.-Päd. Gernot Aich
Elternberatung in der Schule
Ein an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd entwickeltes Trainingskonzept zur Beratung von Eltern in der Schule wird vorgestellt. Die Konzeption beruht auf den Kernbedingungen – Empathie, Wertschätzung und Authentizität – von Rogers und der Transaktionsanalyse. Die Evaluation des Trainings ergab einige positive Effekte auf das Gesprächsverhalten der Lehrenden, welche ebenfalls vorgestellt werden. Weiterhin wird die subjektive Zielerreichung der Teilnehmer in Verbindung mit dem Training vorgestellt.
Dipl.-Päd. Dagmar Hölldampf & Prof. Dr. Michael Behr
Wirksamkeit personzentrierter Kinder und Jugendlichenpsychotherapie
Im Vortrag wird der aktuelle Stand der Wirksamkeitsforschung zur personzentierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie dargestellt. Sieben schulenübergreifende Metaanalysen zur Wirksamkeit von Kinder- und Jugendpsychotherapie aus dem englischen und deutschen Sprachraum werden vergleichend analysiert. Mit durchschnittlichen Effektstärken nach Cohens d zwischen .54 und .88 belegen sie die grundsätzliche Wirksamkeit von Kinder- und Jugendpsycho-therapie. Differenziert nach Psychotherapieverfahren können behaviorale und personzentrierte Verfahren mit mittleren bis hohen Effektstärken in der genannten Grö-ßenordnung als evidenzbasiert gelten. Psychodynamische und systemische Verfahren sind in den Metaanalysen deutlich weniger vertreten und erzielen geringe Effektstärken. Unter elternorientierten Zugängen kann nur das personzentrierte Verfahren der Filialtherapie einen metaanalytisch auswertbaren Pool von Studien vorweisen – und dies mit sehr hohen Effektstärken. Differentielle Analysen weiterer Therapieparameter, wie Störungsspezifik, Behandlungsform, Geschlecht, Alter erbringen über die Metaanalysen hinweg keine konsistenten und im Wesentlichen keine signifikanten Wechselwirkungen. Die Ergebnisse sind zu relativieren vor dem Hintergrund der Konfundierung der Effekte von Verfahren und Messmethoden, der Mathematik des Effektstärkemaßes, der Inkonsistenz von Outcomeforschung mit der Versorgungs-praxis und der „researcher allegiance“. Zudem wird der aktuellste Stand der Schwäbisch Gmünder Metaanalyse (eine Studie mit mehr als 200 personzentierten Primärstudien) zur Wirksamkeit von personzentrierter Kinder und Jugendlichenpsychotherapie präsentiert werden.
Birgitta Gräber-Bickel
Naturtherapie ( Exist ) und ihre Möglichkeiten, Entwicklungs - und Reifungsprozesse in der personzentrierten Kinder - und Jugendlichentherapie zu unterstützen
Naturtherapie ( Exist ) bedeutet erlebensorientiertes therapeutische Arbeiten in und mit der Natur. Sie basiert auf den Grundlagen der Existentialpsychologie. Ihr Ansatz ist geprägt von der phänomenologischen und dialogischen Methode. Sie kann die strukturelle Reifung und seelische Entwicklung des jungen Menschen unterstützend begleiten. Im workshop werden naturtherapeutische Instrumente und möglicher Einsatz in der personzentrierten Kinder- und Jugendlichentherapie anhand praktischer Übungen vorgestellt.
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